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Körper, Stimme und Sprache wecken FantasienSchweizer Theater-Compagnie löst Heiterkeit und Szenenbeifall mit einer avantgardistischen Aufführung der Odyssee aus |
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Standing Ovations: Die Schweizer MArkus Zohner Theater Compangie aus Lugano im Tessin gewinnt spielend das Publikum und entfacht BegeisterungWOLFSBURG / NORDSTADT.Gehüllt in antike Togen sitzen Patrizia Barbuiani und Markus Zohner am Samstagabend auf der Bühne. Vor ihnen haben 120 Neugierige im Schlosshof Platz genommen, um die Odyssee zu sehen. Es ist das einzige Theaterspiel innerhalb der Internationalen Sommerbühne 2008, aber so anspruchsvoll wie avantgardistisch. Kein Bühnenbild, nur samtschwarze Vorhänge, keine Lichtshow, nur Scheinwerfer, welche die beiden Schauspieler in bläuliches Licht tauchen. Keine Requisiten, lediglich zwei Stühle. So gewinnt die Schweizer Theater-Compagnie aus Lugano im Tessin spielend das Publikum, entfacht Begeisterung, die sich in spontanem Lachen und Szenenbeifall entlädt. Patrizia Barbuiani und Markus Zohner genügen ihre Körper, um die Fantasie anzuregen, um Bilder griechischer Landschaften, furchterregender Zyklopen, gierig-verfressener Freier, verführerisch-schöner Zauberinnen, kampferprobter Ithaker, stürmisch aufgewühlter Meere und allzu menschlich handelnder Götter auf dem Olymp darzustellen. Und Odysseus, Penelope, Telemachos... Die beiden Schauspieler setzen alles ein, bewegen jeden Muskel ohne auch nur ein einziges Mal aufzustehen. Das Trappeln ihrer Füße verrät den bedrohlich nahenden, tapsigen Zyklopen Polyphem. Die Gestik ihrer Hände zeichnet jene Meerengen vor Sizilien, wo Skylla und Charybdis auf Schiffe lauern. Mit der Kunst ihrer variationsreichen Stimmen lassen sie die Heiligen Kühe des Sonnengottes Helios so lebendig werden wie den verlockenden Gesang der Sirenen erklingen. Oder das gierige Schmatzen der Freier am Hofe Penelopes. Alle Charakteren stellen sie durch ihre Stimmen, ihre Gestik, ihre Mimik, ihre Blicke, ihre Geräusche dar, doch nie stehen sie auf. Dabei ist Patrizia Barbuiani mal Odysseus, dann wieder Markus Zohner, je nach Szene, je nach Dialog. Körper, Stimme und Sprache verschmelzen, um Vorstellungen auszulösen. Mit leichter Ironie verlassen sie dabei gern einmal den Text Homers, um so kritische Distanz auszulösen, aber auch Anspannungen zu lösen. Die Odyssee wird in dieser Inszenierung ein wenig auch zur Komödie, die das ewige Spiel um Liebe, Treue, Habgier, Rohheit, Tapferkeit, Verführung, Klugheit erzählt. ![]() ![]() ![]() |
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