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Die Compagnie liefert ihr Meisterstück abBogen zwischen Wirklichkeit und Traum, Hoffnung und Enttäuschung |
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Eine Hommage an Andersen«Das Märchen meines Lebens» überschrieb der dänische Dichter Hans Christian Andersen seine Biografie, und seine Märchen machten ihn weltberühmt. Diesen Zauber einzufangen, wagte das Tessiner Theater Markus Zohner.Organisatorin Dorena Raggenbass bezeichnete das Publikum als Werkzeug, das an der Produktion noch etwas schleifen könnte, doch die Utensilien blieben auf der Werkbank. Die Compagnie lieferte ihr Meisterstück ab, diesmal unter der Regie von Patrizia Barbuiani, die als Schauspielerin im Grenztheater unter anderem in einer Hamlet- und einer Odysseus-Inszenierung agierte. Mit ihrer «Kreation» über das «Doppelleben des Hans Christian Andersen» spannte sie den Bogen zwischen Wirklichkeit und Traum, Hoffnung und Enttäuschung. Drei Koffer und ein Regenschirm, ein Seil, ein Tuch - das wars auch schon. Die anderen Requisiten entstanden in den Köpfen der Zuschauer, beispielsweise wenn die Mutter die Wäsche schrubbte, der Vater die Nägel in die Schuhe klopfte und der junge Hans Christian die Türe hinter sich schloss; hier leistete Gabriele Marangoni am Akkordeon akustische Schützenhilfe. Bereicherungen Seine musikalische Untermalung der Andersen-Lebensstationen, sein Aufspielen bei Totentanz und Freudenfesten bereicherte die Inszenierung ebenso wie die eigens für dieses Stück verpflichtete Sängerin Annette Fischer, die in die Rolle der «schwedischen Nachtigall» Jenny Lind schlüpfte und zugleich als Erzählerin durch die Geschichte führte. Von der Wiege bis zur Bahre gab Rob Wyn-Jones der Titelfigur Gestalt, wandelte sich vom ungestümen Jüngling über den Tollpatsch bis zum arrivierten Dichter, dem berühmte Zeitgenossen ihre Aufwartung machten: Paraderollen für die temperamentvolle Stefania Mariani und den ausdrucksstarken Daniel Meininghaus. Zu den Höhepunkten des perfekten Zusammenspiels gehörten die überraschend wechselnden Tempi von sentimentalen Szenen zu feurigen Szenarien, italienisch inbegriffen. Eine der Glanzleistungen war zweifellos die Fahrt über die Alpen, mit Meininghaus als Pferd, dessen Zügel in Marianis Händen lagen. Ein buntes Leben Mit den Stilmitteln der Collage aus Pantomime, klassischer Darstellung, Parodie, Operngesang und Akkorden griff das Theater Zohner das bunte Leben von Hans Christian Andersen auf, assoziierte beim Erbsensuppe-Essen die Geschichte von der «Prinzessin auf der Erbse», spielte bei Vaters Tod auf die «Schneekönigin» an und beliess es bei der «Nachtigall» nicht bei Andeutungen und Fragmenten, sondern inszenierte das gesamte fernöstliche Märchen mit einfachsten Stilmitteln. Wie Hans Christian Andersen seine Leser in eine andere Welt versetzte, machte es ihm die Compagnie nach. Schliesslich beginnt das Andersen-Jubiläumsjahr 2005. Reisen heißt Leben Hans Christian Andersen erblickte 1805 in dänischen Odense als Kind eines Schusters und einer Wäscherin das Licht der Welt. Er träumte von einer Karriere als Schauspieler. Konferenzrat Collin, der Direktor des Königlichen Theaters, erkannte die anders gelagerte Begabung des jungen Mannes und erwirkte bei König Frederik IV. ein Stipendium. Romane, Theatertexte, Gedichte und Reiseerzählungen machten ihn bekannt, doch mit seinem Namen verbunden bleiben die Märchen: mehr als 160 an der Zahl schrieb er bis zu seinem Tod im Jahr1875. Seine Reisen führten ihn quer durch Europa und er bekannte:" Reisen heißt Leben". Überliefert ist auch sein Ausspruch: ,,Es schadet nichts, in einem Ententeich geboren zu sein, wenn man nur in einem Schwanenei gelegen hat". Seine unerfüllte Liebe zur Sängerin Jenny Lind diente 1941 als Filmvorlage für die ,,schwedische Nachtigall". ![]() ![]() ![]() |
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